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Variationen

Ein Bericht von Andreas Nitsch

Einflüsse verschiedener Auspuffsysteme auf   Leistungsausbeute und Lärmemission eines Zweitaktmotores, vorgestellt am Beispiel des MVVS .21 GFS/R.

Das ein zweckmässig konstruiertes Auspuffsystem auf die Leistungscharakteristik eines Modellzweitakters einen erheblichen Einfluss hat, sollte sich mittlerweile eigentlich schon bis in den letzten Winkel der Republik herumgesprochen haben. Wie diese Einflüsse aussehen, wie sie sich bemerkbar machen, und zuletzt auch, was sie kosten, sei am Beispiel des 3,5 ccm MVVS (Code-Nr. 3046) näher erläutert.

Der Versuchsaufbau

Warum die Wahl ausgerechnet auf den MVVS-Motor fiel, hatte mehrere Gründe. Zum einen handelt es sich bei dem vorgestellten Probanden um einen leistungsstarken Gebrauchsmotor für die populäre Aircombat-Klasse, gut getrimmt wahrscheinlich sogar der leistungsfähigste seiner Klasse. Zum anderen werden von der Firma MVVS eine grössere Auswahl an verschieden Auspuffsystemen, passend zum Motor, ab Werk angeboten. Konkret handelt es sich um einen kleinen Ein-Kammer-Expansionsauspuff einfachster Machart, zum Zweiten um einen etwas grösseren Zwei-Kammer-Auspuff, entstanden aus dem vorgenannten mit einen angebörtelten Schalldämpferteil, drittens um den bekannten "Tuned Silencer", vom Prinzip her eine Art Resonanzauspuff, und zu guter Letzt um ein klassisches Krümmer-Resorohr-System der Firma "Macs" aus dem Zubehörhandel. Alle vier Auspuffsysteme sollten unter

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Die Auspuffanlagen für den 3,5 ccm MVVS im Überblick:
Typ Drehzahl Lärmpegel Gewicht
Resorohr "Macs" 11.500 1/min 73,8 dB/A 100 gr.
Tuned Silencer 12.000 1/min 78,5 dB/A 46 gr.
Exp.Auspuff m. SD 10.400 1/min 72,6 dB/A 62 gr.
Exp.Auspuff einfach 11.300 1/min 80,8 dB/A 37 gr.

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Bild: Klein, aber oho: Der MVVS .21 GFS/R auf dem Prüfstand

variationen-02.jpg (8188 Byte)gleichen Bedingungen nach erreichbarer Spitzendrehzahl und Lärmpegel vermessen werden. Der Motor war bei Testbeginn über ½ Stunde gut eingelaufen, die erreichte Leistung wurde von einem 9x7" Master-Prop in Luftbewegung umgesetzt.

Bild: Innenansicht eines Resonators: Die drei Lochblenden sollen wohl ein ähnliches Reflektionsverhalten wie ein Diffusor darstellen, leider verhindern die unvermeidlichen Verwirbelungen an den Blechkanten einen höheren Abgasdurchsatz. Sonst aber gut gemacht.

Ad eins...Das Resorohr

Zum Resorohr (Macs Code-Nr. 1020 Quiet Pipe) gehört zwangsläufig ein Auspuffkrümmer (MVVS Code-Nr. 3256), und der wird auf eine ganz pfiffig gemachte Art und Weise am Motor befestigt: Zunächst wird an den Zylinderflansch eine Art Adapter angeschraubt, auf den wiederum der eigentliche Rohrkrümmer nur aufgesteckt wird. Zwei Siliconringe besorgen die Abdichtung, und eine simple Drahtspange hält den ganzen Kram zusammen. Wie so viele einfache Lösungen funktioniert das Ganze einwandfrei, der Krümmer bleibt je nach Einbaulage drehbar und kann durch die sinnvolle Materialauswahl des Herstellers auch noch durch Handkraft etwas gerichtet werden.

Leider fehlt auch hier (mal wieder...) der Anschluß für die Druckleitung zum Tank, Selbsthilfe tut also not. Auch hinsichtlich der Abdichtung des Überganges Krümmer / Resorohr muß eigene Kreativität wirken, obwohl andere Hersteller hier schon längst brauchbare Fertiglösungen anbieten. Das Resorohr an sich ist nichts neues, System Prallplatte mit angeschlossenem Mehrkammerdämpfer, war alles schon mal da. Im Prüfstandbetrieb funktionierte das System dann auch ohne Fehl und Tadel, 11.500 1/min sind bei einem Propeller dieser Größe an einem 3,5 ccm - Motor schon ein Wort zum Mitreden. Das mitlaufende Lärmpegelmeßgerät blieb bei 73,8 dB/A (7m) stehen, ein sehr guter Wert, rechnet man für ein Durchschnittsmodell (starrer Einbau, Holzbauweise) 3-4 dB/A hinzu, ist man immer noch weit auf der sicheren Seite.

variationen-03.jpg (15232 Byte)Ad zwo... Der "Tuned Silencer"

Da Ding ist wohl hinlänglich bekannt, deshalb hier nur noch mal eine kurze Zusammenfassung: Der Auspuff besteht aus einer Art überlangen Krümmer, einer darübergestülpten Blechtüte als Schalldämpfer und sonst nichts. Aufgesteckt auf den gleichen Adapter wie vorher, läßt sich auch hier die Montage einfach bewerkstelligen. Weil an dem offenen Krümmerende, ähnlich wie in einem Resorohr, eine Druckwelle reflektiert wird, lässt sich das Ganze bei entsprechender Abstimmung, wenn auch nur recht schmalbandig, zur Leistungssteigerung heranziehen.

Bild: Fieses Ding: Der MVVS Tuned Silencer...

 

Bild unten: ...und sein Innenleben

variationen-04.jpg (8039 Byte)Aircombat-Flieger aufgepasst, Resonanz-Auspuffanlagen sind nicht zugelassen!! Auf dem Prüfstand entwickelt sich die Geschichte dann auch prompt wie erwartet, kurz über 10.000 1/min kippt das Auspuffgeräusch schlagartig in ein schrilles Kreischen, der Drehzahlmesser macht einen regelrechten Satz und bleibt erst bei 12.000 1/min wieder stehen. Alles wohlgemerkt, mit einem Prop 9x7", das sind Leistungsregionen, die wesentlich hubraumstärkerem Motoren gut zu Gesicht stehen würden. Das Schallpegelmeßgerät zeigt dabei 78,5 dB/A an, klar, im Grunde fehlt hier auch der eigentliche Schalldämpfer.

Ad drei... Expansionsauspuff mit Schalldämpferteil

Wer modellbedingt auf absolute Höchstleistung verzichten kann und eine ruhigere Gangart bevorzugt, ist mit dem variationen-05.jpg (14872 Byte)

Expansionsauspuff (MVVS Code-Nr. 3235 A) mit Sicherheit am besten bedient. Entstanden ist dieser Auspuff wie viele seiner Vettern aus einer Modifikation der alten "Hurratüten", die aufgrund ihrer Machart wenig zur Minderung der Lärmemission beitrugen. Während bei den Wettbewerbern dererlei Nachrüstversuche gelegentlich am Ziel vorbeigingen und mehr zur Leistungs- als denn zur Lärmminderung beitrugen, scheint in der Entwicklung bei MVVS ein heller Kopf zu sitzen, der auch solchen Sachzwängen mit brauchbaren Lösungen begegnet.

Bild: Funktionierende Schalldämpfer benötigen nicht unbedingt ein kompliziertes Innenleben...

An die eigentliche Auspuffkammer ist eine Blechhülse angebördelt, die an ihrem Ende ein radial versetzes Rohrstück trägt. Vernünftig bemessen, ist das Ganze ein Paradebeispiel von einem Reflektionsschalldämpfer und funktioniert problemlos. variationen-06.jpg (8038 Byte)Eine kleine Bohrung am rückseitigen Ende ist mit einer Blechschraube verschlossen und dient als Ölablauf aus dem ansonsten dichten Auspuffsystem.

Bild: ...beweist ein Blick in’s Innere.

Mein Tip: Die Schraube ‘rausdrehen und anderweitig verwenden, es wird nicht wirklich lauter und das meiste Öl fliegt schon unterwegs weg. Auf dem Prüfstand ließen sich 10.400 1/min bei äußerst moderaten 72,6 dB/A ermitteln, das reicht zum Fliegen allemal und einige Elektroflugkollegen sind mit ihren Getriebemotoren da schon lauter.

 

Zu schlechter Letzt... Das Einfachteil (MVVS Code-Nr. 3235)

variationen-07.jpg (12961 Byte)Ich weiß nicht, was so etwas eigentlich noch soll, vielleicht als Dekoration am Weihnachtsbaum oder Spielzeug für Kleinkinder, zum Fliegen taugt es jedenfalls nichts. Ein Höllenkrach (80,8 dB/A) bei 11.300 1/min, hier läßt sich Lärm mit Leistung tatsächlich gleichsetzen. Außer dem Preis gibt es eigentlich nichts, was für dieses Exponat vergangener Zeiten sprechen würde, deswegen mein Tip: Ab in die Tonne damit...

Bild rechts: Ein bischen was sollte dann aber doch schon drin sein: Unsinnige Uraltlösung

Fazit zum Modell

Die Einflüsse der Auspuffanlage auf das Leistungsvermögen und die Lärmemission eines Zweitaktmotores sind erheblich größer, als uns das manche Leute einzureden versuchen. Wer es sich leisten kann, ist nach wie vor mit einem vernünftig abgestimmten Resorohr am besten bedient. Der "Tuned Silencer" ist dagegen preiswerter, leichter, allerdings auch lauter, wer mit dem etwas scheppernden Klang zurechtkommt, ist damit fast gleich gut beraten. Der Schalldämpferteil an dem Expansionsauspuff Nr. 3235 A ist ein gutes Beispiel dafür, das man mit etwas Nachdenken auch mit einfachen Lösungen weit kommen kann. Und die Krachtüte Nummer vier? Na ja, vergessen wir’s mal...

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Andreas Nitsch

 

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