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Erfahrungen mit dem Twin Star von Multiplex

von Wolfram Herzog

Bauen

Ich habe das Modell genau nach Bauplan gebaut. Die Qualität der Teile kann man für einen Styroporbaukasten als sehr gut bezeichnen. Alles ist passgenau und die hervorragende Bauanleitung läßt eigentlich keine Fragen offen. Allerdings sollte man beim Verkleben des Leitwerks mit dem Epoxy-Kleber sehr sparsam umgehen, ansonsten wird wie bei mir sehr schnell eine Bleizugabe in der Schnauze nötig. Auch die Befestigung der Kabinenhaube mittels Gummiring im inneren sollte man erst zuletzt einkleben, denn nicht nur bei mir mußte der Akku ganz nach vorne, damit der Schwerpunkt stimmt.

Die Verkabelung an den Motoren sollte man wenn möglich anlöten. Bei mir sind schon vor dem Transport zum Erstflug die Steckverbinder am linken Motor wieder abgegangen, danach habe ich diese dann sofort beidseitig angelötet.

Allerdings ist das Modell auch von einem normalen Modellbauer nur schwerlich an einem Abend zu bauen, bei mir waren es knapp drei Abende, einschließlich "Finish" und programmieren des Senders.

Technische Ausstattung:

Als Servos benutze ich vier Stück Multiplex MSX-4, einen Graupner C-17 Empfänger und einen Regler Schulze SLIM35be. Als Akku fliege ich mit 7

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Modell:  
Spannweite  
Profil:  
Gewicht: 1490 Gramm (nach Reparaturen)
Hersteller:  
Preis (1998):  000.- DM / 000.- Euro
Ausstattung:  

twin1.jpg (37999 Byte)

Das Bild vor dem Erstflug

twin2.jpg (11787 Byte)Zellen SANYO-1700 SCRC und komme so auf Flugzeiten zwischen 9-13 Minuten, die Motorlaufzeit bei Vollgas beträgt knapp 6,5 Minuten. Die Motoren (Speed 400 7,2V) und Luftschrauben (Günther Flugspiele) stammen original aus dem Baukasten. Das Modell wiegt komplett mit Akku genau 1440g.

Fliegen

Ruderausschläge und Schwerpunkt wurden nach Plan eingestellt, so war der Erstflug völlig unproblematisch.
Das Model fliegt recht langsam, hat gute Steigleistung bei Vollgas, ist sehr wendig und kann auf kleinem Raum geflogen werden. Ein Überziehen ist praktisch nicht möglich, die Maschine geht dann in einen stabilen Sackflug über. Also auch ein ideales Modell für den Querrudereinsteiger. Bei starkem Wind schaukelt es heftig, aber die Maschine ist stets gut zu beherrschen.

twin3.jpg (14904 Byte)Am meisten Spaß macht es, mit der Twinstar Tiefflüge in Augenhöhe zu absolvieren. Rollen, Loopings etc. Sind auch kein Problem, wenngleich Rückenflug nicht so das Metier dieser Maschine sind.

Einziger Nachteil des Modells ist die graue Farbe. Man sollte daher in der Abenddämmerung nicht mehr fliegen, ansonsten ist die Fluglage sehr schnell nicht mehr klar zu erkennen. Da helfen auch die bunten Aufkleber nicht weiter und das Ende ist vorprogrammiert.

Ein Absturz aus größerer Höhe ist dann fatal, wie bei zwei Kollegen beobachtet und leider auch schon am eigenen Leibe erfahren werden mußte, die Tragflächen und der Rumpf werden dabei so total zerstört, daß eine Reparatur nicht lohnt. Aber für rund DM 135,- hat der Fachhandel ja Nachschub und dieses Geld ist die Twinstar allemal wert!

twin4.jpg (12267 Byte)Nachtrag Februar 2000:

Nach nunmehr einem knappen Jahr und ca. 280 Flügen mit der TwinStar kann ich folgende Anmerkungen ergänzen:

Kabinenhaube:

Die Kabinenhaube sollte man nicht nur mit dem Gummiring sondern auch mit ein bischen Schnur sichern. Was war passiert ? Nun, eines schönen Tages, mitten im Fluge flog die Kabinenhaube davon, da der Gummi gerissen war. Natürlich passierte dies in maximaler Flugentfernung und über einem Maisfeld – keine Chance die Haube wieder zu finden. So habe ich aus Roofmate-Klötzen eine neue Haube geschmirgelt. Dies ist jetzt mit einem Gummiring festgespannt und hat eine Schnur als Sicherung.

Dauerbelastung:

Die Twinstar hat trotz zahlreicher "Risikoeinsätze" (z.B. Zielflugzeugt für Aircombat-Training) als überaus robust gezeigt. Auch härter Landungen steckt Sie gut weg. Wenn es beim Landen im Acker zu doll wird, bricht der Rumpf vorne ab, wie im Bild gut zu sehen. Auch hat das Gewinde im Sperrholz der vorderen Flächenauflage gut gehalten – ich hatte die Bohrung beim Bau mit dünnflüssigem Sekundenkleber gehärtet, nachdem das Gewinde eingeschnitten war. Allerdings bracht nach einiger Zeit bei einer ganz normalen Landung das komplette Leitwerk ab – wie sich dann herausstellte ist der hintere Teil des Rumpfes bei meinem Modell sehr schlecht aufgeschäumt, d.h. die einzelnen Styroporkügelchen haften nicht richtig aneinander. (Dies konnte auch bei einem anderen Modell festgestellt werden, die Mehrzahl der Modelle ist aber wohl in Ordnung). Mittels PU-Schaumkleber wurde das Leitwerk dann wieder angeklebt und hält seit dem !
Allerdings hat die Kleberei mit dem PU-Schaum einen großen ästethischen Nachteil: Im Laufe der Zeit wird der Kleber braun und unansehnlich. Wenn man kann, sollte man für solche Reperaturen Weißleim benutzen, dieser bleibt "unsichtbar".

twin5.jpg (5749 Byte)Entstörung:

Nachdem beim Fliegen unter Volllast mit 8 Zellen sporadisch zu Störungen kam wenn der Flieger in größererEntfernung war, wurde zusätzlich an den beiden Motoren noch jeweils ein Kondensator 470nF über die Motoranschlüsse gelötet. Damit waren die Probleme beseitigt. Es ist neben dem Anlöten der Motorkabel wohl eine der wichtigsten Maßnahmen zur "Lebensverlängerung" der TwinStar.

Farbgebung:

Wegen der häufigen Flüge in der abendlichen Herbstdämmerung wurden die Ruder und Randbögen mit gelber Dispersionsfarbe (aus dem Baumarkt) gestrichen, um die Erkennbarkeit des Modelles zu verbessern.

Folgende Sondereinsätze wurde mit der Twinstar geflogen: Fallschirmspringer (von McDonalds) abwerfen und Luftbild-Fotographie. In beiden Fällen wurde daß "Sonderequipment" einfach mit doppelseitigem Klebeband auf das transparente Verstärkungsplastik in der Tragflächemitte geklebt. Der Fallschirmspringer wird mit Gummiband angeschalt, wobei ein Servo diesen auslösen kann.
Ebenso wurde mit einer Wegwerf-Camera verfahren – alles einfach mit Klebeband befestigen und bitte darauf achten, dass der Schwerpunkt noch stimmt!
Die Flugeigenschaften ändern sich dahingehend, dass man nun die Kiste mit 7 Zellen einfach fast nicht in die Luft bekommt – ein 8zelliger Akku muss her. Damit geht es dann ganz gut.

Fazit zum Modell

Auf jeden Fall einer der besten Flieger betreffend der Flugeigenschaften und des Preis/Leistungsverhälnisses. Für Querrudereinsteiger und als "Experimentalflieger" für Experten gleichermaßen geeignet. Hoffen wir mal, dass er noch lange im Programm von Multiplex bleibt.

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Wolfram Herzog

Links zum Magazinbeitrag

Mehr Infos auch unter:

http://ourworld.compuserve.com/homepages/wolfram_Herzog

 

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