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Bernhards LMH Tagebuch |
Ein Erfahrungsbericht von Bernhard Kastner |
![]() Wie alles begann... Im Mai 1999 machte ich mir Gedanken, was ich in Sachen Modellbau nach meiner aktiven RC-Car Zeit am liebsten machen würde. Lange schon hat mich die Fliegerei, besonders der Modellhubschrauber interessiert. Nach einer kurzen Episode mit einem Twinstar, einem schönen zweimotorigen Styropor Flugzeug, wollte ich doch lieber mit einem Hubi fliegen. Ein Fliegerkollege empfahl für den Einstieg den LMH. Kaum zu zerstören, Ersatzteile
günstig, hörte sich gut an. Kurz im Internet geforscht, die einschlägigen Seiten
gefunden und schon war ich für dieses Teil begeistert. Jedoch sollte es unbedingt ein
Hubi mit E-Motor sein. Bisher gab es neben dem Verbrenner nur die Version mit einem
bürstenlosen Motor - gut, aber doch etwas teuer. Also überlegte ich mit einem ECO 8 anzufangen. Im Sommer wurde dann erst einmal ein guter Flugsimulator gekauft, um mit meiner Fernsteuerung wenigstens schon am PC zu üben. Im Winter dann mußte aus beruflichen Gründen eine Pause eingelegt werden. Anfang April 2000 besuchte ich Modellbau Borchert (Generalimporteur des LMH) in Hamburg, und dort gab es die neue E-Version des Hubschraubers zu sehen. Hier kann ich meine alten RC-Car Motoren einsetzen, bis ich später mir doch einen bürstenlosen Motor hole. Nun stand es endgültig fest, so ein Teil muß her. |
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Es geht los!1.Die Beschaffung Sonntag, 16. April 2000 Besuch auf der Intermodellbau in Dortmund. Der neue E-LMH ist verfügbar. Also gleich
gekauft und auch die fehlenden Miniempfänger und einen Zu Hause wurde erst einmal der Baukasteninhalt inspiziert und die Bau- und die
Bedienungsanleitung durchgelesen. Eines ist sofort klar, an einem Abend ist dieser
Kleinhubschrauber nicht zusammengebaut. Nach
2. Das Chassis Dienstag, 18. April 2000 Heute abend hatte ich ein wenig Zeit, mit dem Bau zu beginnen. Als erstes wird das
Holzchassis entsprechend der beiliegenden Zusatzanleitung aufgebaut. Mich hat die
Passgenauigkeit überrascht. Nach dem Stecken der Teile war ein winkliges Ausrichten Als nächstes sind noch die Servos einzupassen und dann geht es mit der Haube weiter. Bildnachweis: chassis1.jpg, chassis2.jpg, chassis3.jpg 3. Die Servos
Die Servos waren problemlos einzubauen. Meine Servokabel sind sehr kurz. Ich werde wohl den Empfänger nach hinten über die Servos setzen. Bild: servos1.jpg, servos2.jpg 4. Die Haube Freitag, 21. April 2000 Zunächst wurden die Haubenteile ausgeschnitten und anschließend mit Hilfe von
Tesafilm zusammensteckt und fixiert. Da alles ordentlich aussah, habe ich die Haube genau
nach Anleitung mit Revell Contacta Bild: haubenteile.jpg, haube-hinten.jpg, haube1.jpg, haube2.jpg
Samstag, 22. April 2000 Als war der Hauptrotor zu montieren. Durch die genaue Bauanleitung und die Explosionszeichnungen war dieser Schritt nicht allzu schwer durchzuführen. Leider gibt es bei den Schraubenlängen zwischen Text und Zeichnung manchmal unterschiede, findet man die passende Schraube nicht, muß man in die Zeichnung schauen, dann hat man das richtige Maß. Sehr großen Wert habe ich auf das Ausbalanzieren des Hilfsrotors und der Rotorblätter gelegt. Zum Schluß ist der Hauptrotor abzunehmen und zur Seite zu legen. Bild: rotor1.jpg, rotor2.jpg
Samstag, 22. April 2000 Bei der Montage der Taumelscheibe ging ich genau nach der Bauanleitung vor. In diesem Zusammenhang kann ich jeden empfehlen vor der Montage den Außen- mit dem Laufring probeweise zusammenzuschrauben und auch zu testen, ob sich die Inbusschrauben eindrehen lassen. Obwohl ich sehr sauber gearbeitet hatte, gab es doch einige Probleme beim Zusammendrehen der obigen Teile. Die Anleitung ist hier besonders zu Herzen zu nehmen, sonst zerstört man sich leicht diesen Bereich der Taumelscheibe. Nachdem sich aber die Ringe mit leichter Gewalt zusammendrehen ließen, war der Rest kein Problem und das Lager funktioniert hervorragend. Kein knirschen der Kugeln und das Lager läuft scön "smooth". An dieser Stelle war es wichtig wieder die Zusatzanleitung zu beachten, da sonst der Nickhebel zu falschen Seite zeigt. Die Kippbewegung der Taumelscheibe für Rollen war etwas schwergängig. Obwohl in diesem Fall die Bauanleitung empfiehlt das Kugelgelenk etwas zu quetschen, hatte ich mich entschieden dieses nicht zu tun (Ich hasse Gewalt ;-)). Statt dessen werde ich später bei meinen Flugversuchen darauf achten, ob es Probleme bei der Rollbewegung gibt. Bild: rotor3.jpg, rotor4.jpg
Sonntag, 23. April 2000 Mittlerweile war es Sonntag (1 Uhr früh). Der Aufbau des Arlton Kreisels ist in der Bauanleitung sehr gut geschildert. Es gab beim Zusammenbau keine Probleme. Wichtig ist, das darauf geachtet wird, daß alles sehr leichtgängig ist. Dieser Teil war mir sehr leichtgängig gelungen. Bild: gyro.jpg
Montag, 24. April 2000 Beim Bau des Heckauslegers wird mit den Lagerbuchsen begonnen. Der mittlere Lagerstopfen war etwas unwillig. Dieser hat zwar eine konische Form, dennoch mußte ich die Kante etwas wegnehmen, damit dieser sich überhaupt in das Heckrohr einschlagen ließ. Da die gute Anleitung auch hier sehr ausführlich ist, war das Heckrotorgetriebe ebenfalls schnell zusammengebaut. Nach Anbau der Heckrotorblätter wird das Ganze mit dem vorher zusammengebauten Arlton Kreisel komplettiert. Obwohl ich in allen Bauschritten auf Leichtgängigkeit geachtet hatte, war der Gyro nicht so leichtgängig wie ich es gerne hätte. Später führte dieses dann zu Problemen (siehe Flugtagebuch). 9. Der Endzusammenbau Montag, 24. April 2000 Nun endlich wurde aus den Einzelteilen ein Hubschrauber. Das Kufenlandegestell wird nur mit Kabelbindern befestigt - einfach, aber wirkungsvoll. Der Rotor wurde genau nach Zeichnung eingerichtet und die Lagerstellringe werden fest angezogen, natürlich sind die Schrauben hier mit Loctite 243 (Superfest, aber lösbar) gesichert. Beim Heckausleger ist darauf zu achten, daß Seitenflosse senkrecht steht. Die Bohrungen im Chassis sind sehr paßgenau. Bis auf den RC-Einbau ist Hubi nun fertig. Fotos schießen, denn danach wird es ernst.
10. Der RC-Einbau Donnerstag, 27. April 2000
Der RC-Einbau wird nach der Zusatzanleitung vorgenommen. Dort sind die richtigen Längen der Steuergestänge sind dort angegeben, außerdem muß das Gestänge für den Heckrotor auf 288 mm gekürzt werden. Wie weiter oben erwähnt, habe ich meinen Empfänger nach hinten über das Heckservo gesetzt. Ein Vorteil dürfte dabei auch sein, das dieser nicht direkt neben dem Regler für den Motor sitzt. Aus meiner RC-Car Erfahrung weiß ich, daß es da manchmal Störungen geben kann. Empfänger und Regler wurden mit Klettband befestigt. Bild: ankenkung.jpg, empfänger.jpg
Fertig! Nun kann es losgehen....... Mittwoch, 26. April 2000 Heute wurde der LMH das erste Mal in Betrieb genommen. Obwohl für den LMH eine einfache vierkanal Fernsteuerung genügt, habe ich mich entschieden bei meiner FC 18 das Heliprogramm H1 zu aktivieren. Als erstes habe ich erst einmal alle Mischfunktionen deaktiviert. Nun kam die Überprüfung der einzelnen Servos dran und wo es nötig war, wurde die Servoumkehr aktiviert. Übrigens habe ich den Motorregler auf Kanal 6 (Pitch) gelegt, damit ich die Möglichkeit habe, bei Bedarf noch Heck mit Pitch zu mischen. Als nächstes war die Einstellung des Spurlaufs dran. Hier war es erforderlich die
Mischhebel um einige Millimeter zu verstellen. Das Ergebnis ist aber ein vibrationsarmer
Lauf. Nun ging es hinaus in den Garten. Da ich wenig Flugerfahrung mit Hubschraubern habe, rutschte ich erst einmal ein wenig auf der Terrasse herum. Zwei Dinge sind mir gleich aufgefallen: Die Wirkung des Arlton Heckrotors läßt zu wünschen übrig, zweiten ist die Leistung des von mir verwendeten Car-Motors nicht das Gelbe vom Ei. Hier muß unbedingt ein bürstenloser Motor her. Mit dem zweiten Akku kam dann der erste Versuch, den Heli zum Abheben zu bewegen. Da aber aufgrund der Geräusche mittlerweile die Nachbarskinder und andere Zuschauer auftauchten, reichte es gerade mal zu 1 cm Bodenfreiheit und einem Umfaller.
Fazit: Der Weg ist noch weit.... Mittwoch, 10. Mai 2000 Leider hatte ich aus beruflichen Gründen keine Möglichkeit mich in den letzten Tagen mit dem LMH zu beschäftigen. Auch heute wäre das nichts geworden, wenn ich nicht den Einfall hatte, in einer leerstehenden Wohnung gegenüber meiner etwas zu üben. Als erstes habe ich versucht, der LMH auszutrimmen (inklusive des Kreisels). Da in einer Wohnung kein Wind geht, war das nicht weiter schwierig. Nun endlich durfte der Hubschrauber richtig abheben! Nach einigen Schwebeversuchen (fliegen kann man das noch nicht nennen) stand fest: Das Zimmer ist doch verdammt klein. Ergebnis: Tapete beschädigt, Hubi heil. Die Sache mit der Crashsicherheit ist somit bewiesen. Immerhin hatte ich fast einen Meter Luft unter den Kufen. Dennoch ließ sich der Hubschrauber nach dieser Bruchlandung nicht mehr so richtig steuern. Da der Akku sowieso fast leer war, habe ich auf meinem Schreibtisch den LMH näher angesehen. Das Heckrohr hatte sich verdreht, entweder muß ich den Rohrhalter fester anziehen oder ich lasse es so, dann bricht wenigstens das Leitwerk nicht ab. Außerdem waren am Heckrotor zwei Verbindungstücke verklemmt. Die nächsten Übungen werden jedenfalls wieder im freien stattfinden. Es ist einfach mehr Platz erforderlich, damit ich den Hubschrauber vernünftig aussteuern kann. Fazit: Nach einer Bruchlandung muß alles genau untersucht werden. Der LMH ist der richtige Einsteiger-Heli! Montag, 22. Mai 2000 Nach einer weiteren kleinen Zwangspause ging es wieder mal mit dem LMH nach draußen in den Garten. Heute war es etwas sehr windig. Leider wollte nichts so richtig klappen. Beim Abheben begann der Hubi sich sofort zu drehen, wie ein Brummkreisel. Zwar lies sich das Heck aussteuern, aber für mich als Anfänger war das wohl doch zu viel des Guten. Es gab einige Umfaller, richtig zufrieden war ich nicht. Schließlich schilderte ich den Sachverhalt im Diskussionsforum von http://www.rconline.net. Insbesonders machte ich mir Gedanken um die Funktionalität des Arlton-Kreisels. Aufgrund der Antworten stellte ich erstens fest, daß ich manchmal zu blöd bin, eine Windfahne richtig zu interpretieren. Ich stelle beim Start das Heck und nicht die Nase des Helis in den Wind. Das haute nicht hin. Aber es war auch zu hören, daß in der E-Version der Arlton nicht so gut funktioniert und das das Heck immer mitgesteuert werden muß. Für einen Anfänger nicht gerade einfach. Also ging ich in den Keller um einen weiteren Test zu machen. Der Arlton arbeitet und der Heli läßt sich fliegen. Nach einem heftigen Einschlag in eine Wand (Steuerfehler des Piloten) hatte ich die Nase voll und hörte erst einmal auf. Der Heli blieb dabei übrigens heil. Nun stand der Entschluß fest: Arlton raus, Piezo-Kreisel rein. Dienstag, 23. Mai 2000 Heute wurden die Teile für den Umbau besorgt: Stellring (nur im Zehnerpack von
Graupner), 3,2 mm Bohrer und passen Madenschrauben von Obi, da die Schrauben von Graupner
leider keine Imbus-Schrauben sind. Von meinem RC-Kollegen Klaus konnte ich für Testzwecke leihweise einen MiniGyro von Ikarus bekommen. Klasse, für den Umbau ist alles da. Mittwoch, 24. Mai 2000 Der Umbau ging problemlos. Arlton raus, Piezo-Kreisel rein, fertig. Nun ging es an den ersten Testflug. Klasse, der Heli fliegt, und das Heckrohr steht weitestgehend still. Zwar sorgen Windböen dafür, daß er nicht ganz in der Spur bleibt, aber es ja auch kein Heading Lock Kreisel. Endlich könnte ich mich um meine Schwebeflugkünste kümmern. Was natürlich sofort auffiel, war die mangelnde Leistung des Keil-Motors. Eine kurze Rücksprache mit Uwe Jürgens (Modellbau-Fachgeschäft in Stadthagen) entschloß ich mich, mit dem bürstenlosen Motor noch etwas zu warten und erst einmal mit meinem 14/2 von Kyosho zu fliegen. Der Einbau war schnell erledigt, in dieser Zeit auch der Akku wieder geladen. Was für ein Unterschied. Der Heli hebt richtig gut ab (meine Nachbarin über mir dürfte sich erschrocken haben, falls sie aus dem Fenster schauen sollte. Jedenfalls konnte nun richtig geflogen werden. Zwar ist nach 4 ½ Minuten schluß, aber für meine alten Akkus und den Bürstenmotor ist das eine ganz gute Leistung. Jetzt macht der Heli richtig spaß! Bild: piezo.jpg, heckrotor.jpg
Heute abend wollte ich einen Akku fliegen, nur um ein paar Fotos zu haben, wenn ich mit dem Heli übe. Da Stefan überraschend da war, war das kein Problem. Die Fotos sind ganz gut geworden. Wegen eines Steuerfehlers landete ich einmal in der Hecke, ansonsten ist nichts passiert. Nur die kurze Flugzeit macht mir Kummer. Bild: bernhard lernt hubifliegen.jpg (noch ganz verkrampft) Samstag, 27. Mai 2000 Bei Klaus im Garten sind wir zuerst ein wenig Buggy gefahren. Es war doch sehr windig. Da ich Klaus aber den Heli in der Luft zeigen wollte, habe ich einen Akkus geflogen. Der Wind war ein echtes Problem. Diesmal waren die Landungen nicht so gut, somit gab es die erste Kerbe im Heckrohr. Auch ist das Gehäuse des Heckrotor-Getriebes eingerissen, was ich mir aber nicht erklären kann. Zuhause angekommen habe ich dann erst einmal mit Kabelbinder das Gehäuse gesichert. Nebeneffekt: Das Leitwerk kann dann wenigstens nicht abfallen. Mittlerweile war es fast windstill geworden, so daß ich mich entschieden habe, noch zwei Akkus zu fliegen. Beim ersten Akkus ging alles auch weitestgehend gut. Eine Notlandung war nötig, da der Hubschrauber wegen eines kleinen Windstoßes oder eines Fehlers von mir plötzlich auf mich zu kam. Erfreulicher weise ist nichts passiert. Die Flugzeit bleibt bei 4 ½ Minuten und ist einfach zu kurz. Der Leistungseinbruch kommt relativ früh und das stört gewaltig. Beim zweiten Akku wurde das ganze sogar noch schlimmer - 3 Minuten und Ende. Kurze Kontrolle: Kollektor schwarz. Also jetzt wird nicht mehr gewartet, sondern bürstenlos bestellt. Mittwoch, 31. Mai 2000 Gestern kam schon mein Set: Hacker HBR 16-Wi-S und Kontronik 3SLB-25-6-12. Heute das ganze eingebaut und raus zum Test. Beim ersten Akku die Überraschung: Der ganze Antrieb klingt leiser und ist viel feinfühliger zu steuern. Die reine Flugzeit bis zum Leistungsabfall lag bei 5 Minuten. Beim zweiten Akku kam ein Leistungsabfall schon nach 4 ½ Minuten, jedoch konnte ich in bodennähe noch weitere 4 Minuten schweben trainieren. Somit lag der zweite Akku bei über 8 (!) Minuten. Beim dritten Akku gab es leichte Schwierigkeiten mit dem Piloten. Zuerst ein Absturz vom Schreibtisch (Roll-Servo defekt) und anschließend zwei sehr harte Landungen (Heckrohr verbeult und krumm), warfen mich doch ein wenig zurück. Nachdem ich mir ein wenig beruhigt hatte, bin ich ein weiteren Akku geflogen. Diesmal gab es keine Probleme und 8 Minuten Trainingszeit. Nun wollte ich es aber wissen und habe ein 14er Ritzel eingebaut. Jetzt machte der LMH noch mehr Spaß. 8 ½ Minuten Trainingszeit mit guter Leistungsreserve war echt toll. Jedoch wird der Motor sehr warm und auch der Regler bekommt leichte Temperatur. Wahrscheinlich läuft der Motor zu sehr im Teillastbereich. Deshalb habe ich nun auf 12 Zähne umgebaut. Test folgt....... Bernhard Kastner
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