Dieser Beitrag ist für die Leute, die es
Leid sind, immer das Gummiseil auszulegen um dann doch nicht in die Höhe zu gelangen, um
in die Termik zu kommen. Hiermit möchte ich den Piloten die das Schleppen interessiert,
ein paar Informationen, Ratschläge und Hilfestellungen mit auf den Weg geben.Nun gehe
ich mal davon aus, dass man ein Modell fliegen kann und nun auch mal Interesse hat,
F-Schlepp zu betreiben. So stellt sich die Frage nach dem richtigen Modell. Also es ist
möglich mit jedem Motormodell zu schleppen, aber man muß sich auch klar darüber sein,
dass eine Rhönlerche hinter einer Extra 300 nicht lange fliegt, da Sie diesen Belastungen
nicht stand hält.
Wenn man nur
seine Kollegen am Wocheende schleppen will, und keine besonderen Ansprüche an Aussehen
und Vorbildtreue stellt, baut man sich ein einfaches und unkompliziertes Zweckmodell, was
in vielen Faelllen voll ausreicht. Aber falls eine Teilnahme an einem Wettbewerb geplant
wird, dann sollten es schon Vorbildaehnliche Modelle sein, die aber auch im Maßstab
zueinander ungefaehr passen sollten. Was heisst, das das Motormodell nicht groesser als
der Segler sein sollte.
Motormodell
Beginnen wir mit der Auswahl zwischen Hoch- und Tiefdecker. Hochdecker sind meist die
gutmütigeren Modelle, da Sie wegen ihrer Schwerpunktlage langsamer fliegen. Der Nachteil
ist, dass Sie bei Seitenwind empfindlicher sind, was aber fuer einenguten
Modellflugpiloten nicht so schlimm ist, wenn er gut fliegen kann.
Tiefdecker sind schneller, und daher nicht so gut geeignet, wobei ich selbst gute
Erfahrungen mit einem Tiefdecker gemacht habe. Kommen wir zur Spannweite, meiner Meinung
nach sollte das Modell mindestens 2 Meter Spannweite haben.
Natuerlich kann man auch mit dem 1,5 m Charter schleppen, aber man moechte ja schoen
sauber und Vorbildgetreu fliegen. Querruder sind eigentlich selbstverstaendlich, und auch
Landeklappen sollten nicht fehlen, da man sich damit auf schnelle und langsame
Segelflugmodell anpassen kann. Wichtig ist dabei die Anlenkung der Klappen. Wie die Skizze
zeigt, sollte der Servo bei ausgefahrenen klappen nicht belastet werden!
Das Profil
der Tragflaechen ist meist ein Clark Y, da dieses viel Auftrieb bei geringer
Geschwindigkeit bringt, was das wichtigste beim Motorschleppmodell ist. Es soll langsam
fliegen koennen und dabei aber auch noch steigen. Natuerlich darf das Modell nicht zu
schwer sein, da es sich und den Segler in die Hoehe bringen muss, und desto schwerer das
Motorflugzeug ist, desto staerker muß der Motor sein, was aber wieder Gewicht bringt.
Also leicht bauen, leicht fliegen!
Nun noch ein Tip zum Hoehenleitwerk. Zum Beispiel bei der PLZ Wilga kann es
passieren,das sich das Schleppseil im Hoehenruder einklemmt. Abhilfe bringt ein kleiner
Stahldraht der das Seil nicht zwischen Hoehenruder und Leitwerk laesst. Es gibt noch eine
zweite Moeglichkeit , die aber spaeter bei der Konfiguration des Schleppseil erklaert
wird. So ein eingeklemmtes Seil hat große Auswirkungen, da man ohne Hoehenruder sein
Modell kaum mehr steuern kann
Gut ist es auch wenn man immer seinen Tank einsehen kann. Darum sollte der Tank so
angebracht sein, daß man in vor dem Start leicht einsehen kann.
Motor
Der Motor sollte eine eierlegende Wollmilchsau" sein. Denn die Leistung muss
ausreichen um das Motormodell, und den Segler zu bewegen, und außerdem sind ein paar
Kraftreserven sind nicht zu verachten. Am wichtigsten ist es heutzutage, dass das Modell
leise ist, aber das ist fast immer mit Kosten und Mehraufwand an Arbeit verbunden. Es ist
dennnoch aeusserst wichtig, leise zu fliegen, da Modellflieger ohnnehin nicht gerne
gesehen sind, und daher ist es am besten, man fliegt leise, dann wird man meist auch in
Ruhe gelassen.
Man hat mehr Moeglichkeiten, wenn man viel Hubraum und Leistung hat, dann kann man einen
großen Propeller verwenden, der die Drehzahl reduziet und somit gleichfalls auch die
Lautstaerke.
Also lieber
den Motor ein bisschen größer, aber bitte nicht übertreiben da ein Motor eine ziemlich
großen Gewichtsanteil am Modell hat. Da solche Modell viel Sprit brauchen sollte man es
sich zweimal überlegen einen Gluehzuender oder Viertakter zu verwenden, denn da kostet
der Sprit ziemlich viel. Besser sind Benzinmotoren mit großem Hubraum. Kleiner Tip wer
eine alte Kettensäge hat kann diese mit ein bischen Know-how zu einem Flugzeugmotor
umbauen. Nun gibt es Leute die eine Zuendung verwenden, was das anwerfen des Motor
einfacher macht, aber der Nachteil ist ,dass man meist einen zusaetzlichen Akku braucht.
Wichtig ist beim Anlageneinbau darauf zu achten, alles weich zu lagern, da
diese Motore sehr stark schuetteln und damit an der Anlage Schaeden hervorrufen koennen.
Aber Sie sollten bitte wirklich eins beachten, fliegen Sie leise, dann haben Sie und Ihre
Modellflugkameraden keinen Ärger.
Bild links: Hier nochmal eine Skizze von der
Schutzvorrichtung.
In unserem Verein haben wir ein Modell mit dem Namen Spacewalker. Der hat 3 m
Spannweite, wiegt 15 kg und hat einen ZG 62 mit Hydro-Mount-System von Toni Clark
eingebaut. Dieses Modell hat eine maximale Lautstärke von 76 db, und hat bisher jedes
Segelflugmodell, sogar 17 KG Segler auf Hoehe gebracht. Das mit der Lautstaerke geht also,
wenn man will.
Schleppkupplung
Diese sollte in der Verlaengerung vom Schwerpunkt zum Segler angebracht werden.
Im Orginal ist die Lupplung am Heck des Flugzeuges angebracht, was sich im Modell aber
als Fehler herausstellte, da der Segler das Motormodell zu stark mitsteuerte".
Ausserdem ist es falsch, in eine Schleppkupplung
einen billigen schwachen Servo einzubauen. Den es ist sehr wichtig, das eine Kupplung auch
unter hoher Belastung aufgeht. Das hat mir schon oft mein Modell gerettet. Die Kupplung
sollte moeglichst leicht bewegbar sein und nicht durch Umlenkungen oder unnoetige
Roehrchen schwergaengig gemacht werden. Ein gutes Beispiel zeigt das naechste Bild.
Schleppkupplung Segler
Beim Segler hat es sich bewaehrt, in der Rumpfspitzedie Kupplung einzubauen. Man kann
die über den Fachhandel erhältlichen Kupplungen verwenden oder selber eine bauen. Wie
zeigt die Skizze (Sie soll nur ein denkanstoß sein)
Schleppseil
Darueber gibt es auch ein paar Sachen zu sagen. Es sollte 20 m lang sein und eine
Sollbruchstelle bestizen, die man am besten mit einer Nylonschlaufe verwirklicht. Diese
dient zugleich dem leichtern einklinken des Seglers. Zum Problem mit dem Höhenleitwerk
ist zu sagen, dass man ein 2 m Kunststoffrohr (5 mm) über den Anfang des Seil schiebt und
dort mit zwei Knoten fixiert. Somit kann sich das Seil nicht mehr im Höhenleitwerk der
Schleppmaschine verfangen. Um das Seil auch bei Wind zielgenau über dem Flugfeld
abzuwerfen muß etwas Ballast am vorderen Drittel befestigt werden.
Bei Wettbewerben gibt
es Punkte auf die Zeilgenauigkeit des Seilabwurfes und es wird dort gezaehlt wo das Seil
als erste aufschlägt .
Mein Modell ist ein Nachbau eines Amerkanischen Experimental Flugzeuges, das 2,4 m
Spannweite hat, und mit einem ZG 38 mit Topfschalldämpfer ausgestattet ist. Die
Lautstaerke liegt bei 81 db und das mit einer 20x8 Latte. Das Fly Baby ist nach einem Plan
gebaut und wiegt 7,5 Kg.
Es ist fast nur aus Pappelsperrholz gebaut. Dadurch ist es sehr billig, da 4 qm (3mm)
Pappelsperrholz ca 30 DM kosten. Ich schleppe damit locker Segler bis zirka 7 Kg (je nach
Modell).
Burkhardt
Wagner mit seiner Frisch Wilga (3,8 m, 140 ccm) und Micha Franz mit sein ASW 27 (7,55 m).
Für nächstes Jahr haben sie zwie neue Modelle in Vorbereitung, aber das bleibt unser
Geheimnis. Um so gut zu werden muß man Top Modelle haben und sehr sehr viel trainieren,
den diese beiden sind fast perfekt. Nun hoffe ich, daß ich euch ein bisschen Einblick in
die Materie des Flugschlepps gegeben habe.
Bild links: Das sind die Deutschen Meister 96/97
Stefan Hoetzinger
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